Keiner von euch ist ein Gläubiger, solange er nicht das für seinen Bruder wünscht, was er für sich selbst wünscht.
Islam, Ausspruch des Propheten Muhammad (Hadith)

Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten.
Christentum, Evangelium nach Matthäus 7:12

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40 Jahre Brückenbauen zwischen Islam und Christentum – CIG feiert Jubiläum

Mit einem Festakt in Köln begeht die Christlich-Islamische Gesellschaft am 19. September ihr vierzig-jähriges Bestehen. Mit fast 250 Mitgliedern ist sie damit der größte und älteste Verein, der sich in Deutschland den christlich-islamischen Beziehungen widmet.

Josefine Paul, Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen erklärte: „Im Namen der Landesregierung gratuliere ich der Christlich-Islamischen Gesellschaft zum 40-jährigen Bestehen Nordrhein-Westfalen ist von Vielfalt geprägt – und die CIG setzt wichtige Impulse für ein friedliches Miteinander. Sie schaffen mit Ihrem Engagement jeden Tag Begegnungen, bieten Informationen und Beratung. Sie ermöglichen, dass Muslim:innen und Christ:innen sich auf Augenhöhe begegnen und voneinander lernen. Aber auch in besonderen Bereichen, wie der muslimischen Notfallbegleitung, praktizieren sie in vorbildlicher Weise Nächstenliebe. Für diesen Einsatz danke ich herzlich."

Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland und Mitglied der Christlich-Islamischen Gesellschaft schätzt den interreligiösen Dialog als „Friedensarbeit an der Basis. Er fordert das nachhaltige Bestreben, Gemeinsamkeiten zu finden und bei unterschiedlichen Positionen stets den friedlichen Ausgleich zu suchen. Dies ist – wie wir wieder in Kriegszeiten schmerzlich erfahren müssen – eine unabdingbare Grundlage, um Konflikte politisch wie menschlich zu lösen. Mein Glaube hilft mir diesen Weg zu gehen, der andere Glaube des Anderen ebenso."

Weibischof Rolf Steinhäuser, im Erzbistum Köln Bischofsvikar für den interreligiösen Dialog, hält fest: „Dialog ist kein bloßes Gerede. Mahatma Gandhi sagte einmal, dass es keinen Weg zum Frieden gibt, sondern dass der Friede der Weg ist. Wo muslimische und christliche Gläubige einander in ge-genseitiger Achtung und Wertschätzung begegnen, wo sie gemeinsam die Größe und Liebe Gottes bezeugen und gemeinsam für Gerechtigkeit eintreten, verwirklichen sie miteinander bereits das, wofür sie einstehen."

„Vielfalt heißt Begegnungen im kulturellen und religiösem Kontext. Das wiederum fordert Akzeptanz und den respektvollen Umgang miteinander. Nur so erreichen wir ein friedliches Zusammenleben in der Welt", unterstreicht Mohamed El Kaada, Sprecher des Koordinationsrates der Muslime in Deutschland.

1982 in Iserlohn gegründet, haben sich muslimische und christliche Mitglieder in der Christlich-Islamischen Gesellschaft das gemeinsame Ziel gesetzt, den Dialog, das gegenseitige Verständnis und die Zusammenarbeit ihrer Religionen zu fördern. „In den Anfangsjahren ging es oft darum, über Islam und Christentum zu informieren und Vorurteile zurechtzurücken. Gespräche und viele Veranstaltungen wie die ‚Christlich-Islamischen Wochen' waren an der Tagesordnung. Der Islam kam langsam in dieser Gesellschaft an, und viele unserer älteren Mitglieder haben daran mitgewirkt", sagt Prof. Dr. Thomas Lemmen, Geschäftsführer der Christlich-Islamischen Gesellschaft. „Heute sind wir über das Miteinander-Reden hinaus. Christliche und muslimische Mitglieder der Christlich-Islamischen Gesell-schaft stellen sich in gemeinsamer Verantwortung gesellschaftlichen Herausforderungen. Augenhöhe ist das Merkmal unserer Arbeit", sagt Dunya Elemenler, Vorsitzende der Christlich-Islamischen Gesellschaft.
Im Vorstand der Christlich-Islamischen Gesellschaft arbeiten daher immer genauso viele muslimische wie christliche Mitglieder mit. Dass es trotz dieser Patt-Situation nie zum Stillstand kommt, liegt am gemeinsamen Willen zur Verständigung. Die konkrete Arbeit ist vielfältig. Seit zehn Jahren erstellt die Christlich-Islamische Gesellschaft den Interreligiösen Kalender des Landes Nordrhein-Westfalen. Ein anderes Feld ist die Zusammenarbeit mit der christlichen Notfallseelsorge in der Ausbildung muslimischer Ehrenamtlicher zu Notfallbegleitenden. Beide Tätigkeitsbereiche werden vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert. Ratsuchende wenden sich in den verschiedensten Anliegen an die Christlich-Islamische Gesellschaft. Von Fragen des interreligiösen Zusammenlebens in der Schule, am Arbeitsplatz oder in der Ehe bis zur Lotsenfunktion zu religiösen oder anderen Einrichtungen reicht dabei der Bogen. Gut vernetzt ist die Christlich-Islamische Gesellschaft mit kirchlichen und muslimischen Organisationen vornehmlich in Nordrhein-Westfalen. Seit 2000 bringt sie im „Christlich-Islamischen Forum" Dialogbeauftragte der großen und kleinen islamischen Organisationen, der Bistümer und Landeskirchen auf der Arbeitsebene regelmäßig an einen Tisch.

Das Engagement der christlichen wie muslimischen Mitglieder der Christlich-Islamischen Gesellschaft greift immer wieder die sich wandelnden Bedürfnisse der Menschen auf und spiegelt ihre Interessen wider.

15.09.2022

 

 

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