Keiner von euch ist ein Gläubiger, solange er nicht das für seinen Bruder wünscht, was er für sich selbst wünscht.
Islam, Ausspruch des Propheten Muhammad (Hadith)

Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten.
Christentum, Evangelium nach Matthäus 7:12

Aktuelles

Zum Anschlag in Orlando

Der Anschlag von Orlando hat nicht nur in den USA Öl ins Feuer der Debatte um Religion und Zuwanderung, Terrorismus und Toleranz gegossen.

Noch sind viele Fragen offen. Klar ist: Der Täter suchte seine Opfer nicht nach dem Zufallsprinzip aus. Er ermordete gezielt schwule Männer. Sein Attentat ist damit nicht nicht nur der schwerste Terroranschlag in den USA seit dem 11. September. Es ist auch eines der größten Verbrechen gegen Schwule seit dem Nationalsozialismus.

Homophobie existiert bis heute in weiten Teilen vieler Gesellschaften. Sie gehört zur Grundausstattung intoleranter Weltanschauungen, und man findet sie in der menschenverachtenden Ideologie des sogenannten „Islamischen Staates“ genauso, wie am rechten politischen Rand etwa Europas, Russlands oder der USA.

Das Vehikel, mit dem die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung und Identität salonfähig gemacht werden soll, ist oft genug die Religion. Bibel und Koran werden missbraucht, um Ausgrenzung zu rechtfertigen.

Angriffe auf Minderheiten sind immer Angriffe auf unser aller Freiheit. 49 Tote in Orlando mahnen uns, gegen jegliche Diskrimierung von Menschen einzutreten. Das heißt nicht nur, die Taten von Extremisten zu verurteilen, sondern auch den Haltungen entgegenzutreten, die bis in die Mitte der Gesellschaft hinein - und das heißt auch in den Religionsgemeinschaften - Homophobie Vorschub leisten. Der Hass des Täters entstand nicht im luftleeren Raum, sondern wurde dort genährt, wo Menschen noch immer wegsehen oder sogar aktiv zustimmen, wenn Homosexuelle diskriminiert und benachteiligt werden.

Unsere Anteilnahme gilt den Angehörigen und Freunden der Opfer.

15.06.2016